Was tue ich hier?

Zuerst war ich lange nicht da, dann durfte ich eine sehr kurze Zeit das Land der Materie erkunden, dann werde ich wieder sehr lange nicht da sein. Oder vielleicht ist es auch ganz anders. Irgendetwas in mir – möglicherweise auch nur die Eitelkeit – drängt mich dazu, eine Spur zu hinterlassen: Suche nach Bedeutung, Suche nach Sinn, Zeit-Vertreib?

Ich interessiere mich für das Verhältnis von Denken und Fühlen, Körper und Geist, Technik und Spiel, Verstand und dem, was dahinter liegt.

Die Suche nach Wissen hat mich zum Glauben geführt.
Ich meine diesen Satz nicht nur religiös, aber auch.

Das heißt nicht, dass ich dafür eintrete, auf das Denken zu verzichten, ganz im Gegenteil: Ich liebe das selbständige Denken als Basis für Aufklärung und Wissenschaft! Ich wehre mich aber gegen ein Denken, das in der Geste der Selbstüberschätzung seine eigenen Grenzen nicht erkennt und diktatorisch wird. Niemand darf zu etwas gezwungen werden, das er oder sie nicht versteht. Es ist auch schon vorgekommen, dass eine vernünftig erscheinende Maßnahme zu absurden unerwünschten Ergebnissen geführt hat. Nachher ist man klüger. Dann kann es aber auch zu spät sein. Ich denke dabei an den Umgang mit fossilen Brennstoffen, Pestiziden oder dem Digitalisierungs-Fetisch.

Im politischen oder gesellschaftlichen Kontext wird diese Schwierigkeit des „noch-nicht-genug-wissen“ mit den Begriffen Verantwortung und Stand der Wissenschaft/Stand der Technik abgehandelt. Derzeit (17.12.2021) sehe ich den freien wissenschaftlichen Diskurs (s. Manifest der Allianz der Wissenschaftsorganisationen im Zuge einer bundesweiten Kampagne 70 Jahre Grundgesetz, insbesondere Art. 5, Deutschland) von zwei Seiten bedroht. Einerseits ist da die hypnotische Angst vor der Ausbreitung eines Virus. Andererseits lädt sich die politische (und auch die wissenschaftliche) Sphäre mit Empfindlichkeit und Gereiztheit auf, sodass jed Akteur*in unzumutbar viel Aufmerksamkeit auf die Vermeidung von  unkorrekten Äußerungen richten muss, damit sie oder er sich nicht den Anwürfen des Rassismus, Antifeminismus, Schwurblertums oder einer anderen irrationalen Denkkultur aussetze, s. dazu Netzwerk Wissenschaftsfreiheit. Vorsichtige schweigen lieber. Auch die Leitmedien erlebe ich zusehends von diesem Sog erfasst.

Wir sollten damit aufhören, uns gegenseitig bösen Willen zu unterstellen.

Wir sollten einander zuhören.

Mein Lebenslauf soll ein wenig die Position, aus der ich in die Welt hineinschreibe, einordnen helfen.

1.1.2022: Ende der gewerblichen Ausübung von Shiatsu
2018 – 2020: Prozessbegleitung für Körpertherapeut*innen (IBP)
2013: Mitbegründung und Leitung von VitalLiving – Gesundheitsförderung
2012: qualified shiatsu-teacher (ÖDS)
1996 – 1999: Ausbildung zum qualified shiatsu-practitioner (ÖDS) an der Shambhala Shiatsu Schule
1995-2009: Daoistisches Training in Wushu, Taiji und QiGong bei Wang Dongfeng He Xian
1992 – 2010: Musiker mit den Schwerpunkten Soft-Jazz und Ethno-Pop
1989 – 2002: Multimedia-Autor, Programmierer, Knowledge-Engineer, Marketing in den Bereichen Abwassertechnik, Finanz-, Versicherungs- und Bauwesen
1988 – 1989: Forschungsassistent zur Marktüberleitung einer neuartigen Flüssig/Fest-Trennmethode (Ultraschallinduzierte Koagulation)
1985 – 1987: Studium Tonsatz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien
1980 – 1988: Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Univ. f. Bodenkultur Wien, abgeschlossen.